How to Barcamp – von der Idee zur Session

Geschrieben von Insa Künkel am . Veröffentlicht in BarCamp, Events, Methoden, Texte, Training, Weiterbildung

Eine Session auf einem Barcamp ist 45 Minuten lang. Auf dem Foto sieht man die Uhrzeit, wann eine Session beginnt.

Das Timing steht: eine Session ist 45 Minuten lang. Worüber gesprochen wird? Das entscheiden die Barcamper.

Ich liebe Barcamps. Warum? Weil ich neugierig bin. Mich gerne überraschen lasse. Zudem habe ich immer Ideen für Themen, die ich mit anderen diskutieren möchte. Erfahren Sie in diesem Blogpost, welche Sessions ich schätze und wie ich meine Ideen auf Barcamps umsetze.

Ein Barcamp lebt von den Sessions der Teilnehmer. Also den Themen, die zu Beginn der Veranstaltung vorgeschlagen werden. Und hier ist alles möglich: Der eine schnappt sich das Mikro und stellt ein Thema für eine Diskussion vor. Ein anderer hat hingegen eine Frage und möchte diese besprechen. Beim Barcamp für Agenturen, das am 28. und 29. Januar in Frankfurt stattfand, gab es viele solcher Sessions. Die Teilnehmer haben zum Beispiel diskutiert, wie Traumkunden für Agenturen aussehen oder ob Agenturen für jeden Pitch ein Honorar berechnen sollten. Diese Session-Arten finde ich immer sehr interessant. Vor allem, wenn sie später ohne PowerPoint und andere Effekte auskommen.

So entwickele ich Ideen für Sessions

Barcamp: Wie entstehen Ideen für Workshops, Sessions oder Diskussionen?

Sobald die Idee für eine Session steht, skizziere ich Details. Diese Zeichnungen dienen mir später als Vorlage für meine Live-Präsentation am Flipchart.

Wenn ich auf einem Barcamp bin, dann schlage ich auch selbst Themen vor. Mein Plan für Frankfurt: Ich wollte einen Text-Workshop geben. Ein paar Tage vor dem Barcamp entwickelte ich erste Ideen und verwarf sie wieder. Als ich dann am Donnerstagmorgen um 6:30 Uhr im Flieger saß, hatte ich immer noch nichts Konkretes im Kopf.

Ein Blick in eine Tageszeitung half mir weiter. Im Lokalteil las ich einen Artikel, der mit einem sehr schwachen ersten Satz startete. So verlockt man nicht zum Lesen, dachte ich mir. Das geht doch besser. Das muss besser gehen. Und wie das geht, das weiß ich. Schwups – schon war die Idee für meine Session geboren: Ein Text-Workshop, bei dem die Teilnehmer erste Sätze schreiben und Ideen für den weiteren Verlauf ihrer Geschichte entwickeln. Was mir durch den Kopf ging, notierte ich in einem Büchlein und skizzierte ein mögliches Layout für den Flipchart.

Was Sie beim Titel Ihrer Session beachten sollten

Auf dem Bild ist ein Session-Board auf einem Barcamp zu sehen. Das ist die Wand, an der alle Sessions kleben.

Texte sind King – der Titel meiner Session lockte viele Teilnehmer.

Ein paar Stunden später stellte ich dann meine Session beim Barcamp in Frankfurt vor. Und zwar mit diesem Titel: Texte sind King – Überschriften und erste Sätze. Mein Tipp an dieser Stelle: Wählen Sie eingängige Überschriften für Ihre Session. Denn: Wenn der Zettel, auf dem Sie Ihr Thema notieren, später mit 30 anderen am Session-Board hängt, konkurriert er auch mit den anderen Vorschlägen. Und wenn die Teilnehmer Ihr Thema nicht verstehen, dann werden sie Ihre Session nicht besuchen.

11:45 Uhr – die Session beginnt

Ende Januar fand das erste Barcamp für Agenturen in Frankfurt statt. Auf dem Bild sieht man die Teilnehmer meiner Session.

Auch am zweiten Tag habe ich eine Text-Session gegeben. Die Teilnehmer waren gut dabei. Das hat viel Spaß gemacht.

Um 11:45 Uhr wurde es dann ernst. Rund 14 Teilnehmer waren bei meinem Text-Workshop dabei. Sie stellten viele Fragen und entwickelten erste Ideen für ihr individuelles Thema und Überschriften. Zudem sprachen wir über Themen wie Zielgruppen, Zitat- und Bildrechte sowie SEO. Sie sehen, auch das ist typisch für ein Barcamp: Sie schlagen ein Thema vor und die Teilnehmer ergänzen die Session mit ihren Ideen und Erfahrungen.

 

 

Praxischeck für neue Inhalte

Warum ich als Trainerin auf Barcamps gehe? Ein Beispiel: Ich schätze den Austausch mit den anderen und teste in meinen Sessions neue Themen und Übungen für Workshops, die ich später in Unternehmen oder Agenturen gebe. An der Reaktion der Teilnehmer sehe ich schnell, wie das ankommt. Dieses direkte Feedback, das auch kritisch ausfallen kann, ist für mich als Trainerin sehr wertvoll. Denn: Es lassen sich die besten Konzepte und Übungen für einen Workshop am Schreibtisch entwerfen. Ob die Ideen aufgehen, erfährt man erst im Training.

Wenn die Generalprobe einer neuen Übung in einer Session auf einem Barcamp nicht überzeugt, dann ändere ich hier und da etwas und biete bei der späteren Premiere Inhalte, die begeistern und zum Mitmachen motivieren. Probieren Sie es einmal aus und stellen Sie sich dem Feedback der Teilnehmer eines Barcamps.

Worüber wollen Sie diskutieren? 

Und jetzt geht es um Sie und Ihre Themen. Worüber würden Sie auf einem Barcamp sprechen wollen? Bei welchem Thema wünschen Sie sich Ideen von der Gruppe? Schreiben Sie darüber im Kommentar. Ich bin gespannt.

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Insa Künkel

ist bundesweit als Business-Trainerin (dvct) und Redakteurin tätig. Zu ihren Kunden zählen nationale und internationale Unternehmen, Agenturen, Verlage sowie Behörden, Verbände und Weiterbildungsträger. Eine Auswahl ihrer Workshops: "Einfach schreiben - Texten mit Erfolg", "Jetzt aber Twitter - wie Sie professionell kommunizieren", "Pressemitteilungen schreiben".

Kommentare (2)

  • Anke Kapas

    |

    Die meisten Barcamps habe ich vor allem als Jahrmarkt der Eitelkeiten irgendwelcher Socialmedia-Startup-Web2.0-Schwafler erlebt, die ihre Session mit einer Marketingveranstaltung verwechselten. So gut wie nie gab es ernst zu nehmende Fachvorträge, dafür aber reichlich von dem Ausschussmaterial, das vollkommen zu recht bei wirklichen Konferenzen abgelehnt wurde. Allein schon das fragwürdige Auswahlverfahren, bei dem die Vorschläge angenommen werden, deren Unterbreiter in 30 Sekunden Vorstellungszeit die meisten Blendgranaten verschießen konnten, wirkt nicht gerade einladend. Nicht umsonst muss man bei richtigen Konferenzen deutlich mehr als ein paar Managementfloskeln einreichen, um beim Auswahlteam nicht sofort im Papierkorb zu landen. Inzwischen gehe ich auf die meisten Barcamps nur noch wegen des Gratis-Caterings und verbringe die meiste Zeit außerhalb von Sessions mit anderen Leuten, die sich das Werbegewäsch ebenfalls nicht geben müssen. Zum Kontakteknüpfen brauche ich keine Vorträge.

    Antworten

    • Insa Künkel

      |

      Hallo Anke,

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ja, die „Blendgranaten“ kenne ich auch. Und leider gibt es hier und da auch Einzelfälle, die Sessions mit reinen Werbeblöcken verwechseln.

      Aber ich war auch in vielen Sessions, die sehr gut waren. Entweder, weil ich wichtige Tipps bekommen habe, mit anderen über ein Thema diskutiert habe oder ich einfach nur 45 Minuten unterhalten wurde. Bei einem Barcamp ist eben alles drin. Und wenn einem die Session nicht gefällt, dann kann man ja auch schnell in eine andere wechseln.
      Grüße Insa

      Antworten

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